Zwischen Eppendorf und Fukushima

März 15th, 2011

Nach fast neuneinhalb Monaten möchte ich hier wieder ein paar Worte veröffentlichen, weil die Nachrichtenlage dieser Tage mich an das vergangene Wochenende zurückdenken läßt.

In Hamburg-Eppendorf überfuhr am Sonnabendnachmittag ein 38-jähriger Mann in einem PKW bei Rot eine Kreuzung und tötete vier Menschen. Und in Japan ist seit dem Erdbeben und seit dem Tsunami vom vergangenen Freitag das Kernkraftwerk Fukushima außer Kontrolle geraten.

Vermutlich hätte die Nachricht vom Unfall in Eppendorf am vergangenen Wochenende mich weniger berührt, wäre dabei nicht auch der 71-jährige Soziologe Günter Amendt getötet worden. Und die Katastrophe in Japan kann ja sowieso niemanden unberührt lassen.

Ein Verkehrsunfall in einem sogenannten mondänen Hamburger Stadtteil und eine Natur- und Technik-Katastrophe in einem der sogenannten entwickelten Länder dieser Erde…

…von Günter Amendt habe ich zuletzt im Januar einen Essay in der jüngsten Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Merkur gelesen: Worte eines wichtigen Aufklärers unserer Zeit. Und Fukushima kannte ich da noch gar nicht.

Einer der wichtigen deutschsprachigen Aufklärer (nicht zuletzt in Sachen Sex und Drogen) ist am vergangenen Wochenende von einem außer Kontrolle geratenen PKW eines berauschten Mannes in Hamburg-Eppendorf getötet worden. Und in Japan gerieten nach einer Naturkatastrophe seit dem vergangenen Wochenende einige Atomreaktoren außer Kontrolle. - Ja, auch hier geht es um Aufklärung.

Kurzschlüsse in Hannover

Juni 3rd, 2010

Gestern früh legten mehrere Kurzschlüsse in Oberleitungen den Zugverkehr in und um Hannover für eineinhalb Stunden lahm. Und als ich die Meldung nach dem Aufstehen im Radio hörte, filterte mein noch etwas müdes Hirn erstmal nur die Nachricht “Kurzschlüsse in Hannover” heraus. Und ich dachte mir auf dem Weg zur Kaffeemaschine: “Kurschlüsse in Hannover? - Kein Wunder in diesen Tagen…”

Denn gerade noch empfing der niedersächsische Noch-Ministerpräsident Christian Wulff am Sonntag die 19jährige Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut auf dem Flughafen in Hannover, weil sie souverän das erste Mal nach 28 Jahren den Eurovision Song Contest (Grand Prix) für Deutschland gewann. Und nur einen Tag später bringt der überraschende Rücktritt Horst Köhlers von seinem Amt als Bundespräsident drei Personen aus Parteipolitik und Kirche als Amtsnachfolger ins Gespräch, deren Prominenz ohne die niedersächsische Landeshauptstadt wohl so nicht denkbar wäre: die Margot Käßmann, die Ursula von der Leyen und den besagten Christian Wulff. Und Letzterer wurde heute prompt offiziell von der Bundesregierungskoalition als nächster Bundespräsident vorgeschlagen.

Von Popgeschäft bis Parteipolitik: an Hannover kommt in diesen Tagen wohl niemand so richtig vorbei. Christian Wulff zieht wahrscheinlich ins Schloss Bellevue ein. Lena Meyer-Landrut soll, so wünschen sich manche, auch im nächsten Jahr wieder Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Und nicht nur wer gestern früh das Pech hatte, in oder um Hannover mit dem Zug unterwegs zu sein, wird noch länger ein Lied singen können von Kurzschlüssen made in Hannover.

Eyjafjallajökull grüßt Mitteleuropa

April 17th, 2010

Fast neun Wochen sind vergangen, seit ich zuletzt etwas in dieses Blog geschrieben habe. Vor fast fünf Wochen hatte ich meinen letzten Physiotherapie-Termin. Meinen linken Arm kann ich wieder vollständig bewegen. Und schwer vorstellbar ist, daß vor neun Wochen auch hier in Berlin noch tiefer Winter war.

Kaum vorstellbar auch an einem Frühlingstag wie diesem (mit sonnigem und blauem Himmel), daß die Asche eines isländischen Vulkans den mitteleuropäischen Flugverkehr lahmlegt. Auch Flugzeuge aus Afghanistan und den USA können nicht in der Bundesrepublik Deutschland landen.

Eyjafjallajökull grüßt Mitteleuropa. Wäre der Vulkan bereits eine Woche früher ausgebrochen, wäre der Volksrepublik Polen vielleicht die aktuelle nationale Tragödie erspart geblieben. Aber die Natur interessiert sich nicht für Nationalstaaten. Und beim morgigen Staatsbegräbnis in Krakau werden viele geladene Gäste fehlen.

Auch in diesen Tagen ist es also schwer, ohne gemischte Gefühle in den Himmel zu schauen. Denn hienieden im mitteleuropäischen Erdentale bleibt die Frage offen, wann der Luftraum für den normalen Flugverkehr wieder freigegeben sein wird. Und das ist nicht die einzige offene Frage hier in Berlin, in Mitteleuropa und überhaupt.

Winterliche Wortlektion

Februar 15th, 2010

Manchmal tut es richtig weh, neue Worte zu lernen. Mir hat dieser Winter so eine schmerzhafte Lektion erteilt. Denn vor drei Wochen kannte ich beispielsweise die drei Bezeichnungen Wegeunfall, D-Arzt und Radiusköpfchen noch nicht. Doch dann rutschte ich neulich abends auf dem Nachhauseweg auf einer frisch überschneiten Glatteisfläche aus.

Das Radiusköpfchen (auch Speichenköpfchen genannt) meines linken Arms wurde verletzt, wie mir in der D-Arzt-Sprechstunde (genauer: in der Durchgangsarzt-Sprechstunde) des Berliner Klinikums im Friedrichshain mitgeteilt und mit computertomografischen Aufnahmen gezeigt wurde. Und weil mir der Unfall auf dem Weg vom Job nach Hause passiert war, war es ein sogenannter Wegeunfall.

Doch ich hatte Glück im Unglück. Eine Operation war nicht nötig. Der Gips wurde vor drei Tagen wieder abgenommen. Morgen beginnt die Physiotherapie. Und ich habe meinen Wortschatz auf eine winterliche Weise erweitert, die ich mir beim Rutsch in dieses Jahr vor über sechs Wochen eigentlich nicht vorgenommen hatte und die ich auch nicht unbedingt weiterempfehlen möchte.

MORPHEME sind ja auch blogbar.

Januar 8th, 2010

Die morpheme.eu-Domain ist zum Jahreswechsel 2009/2010 umgezogen und hat sich von den meisten Inhalten aus der Zeit zwischen Mai 2008 und November 2009 verabschiedet. Doch es gibt noch weitere Neuigkeiten. Zum Beispiel dieses Blog hier.